HD (Hüftgelenksdysplasie)

HD ist ein Problem, das hauptsächlich große Hunde – Mischlinge genauso wie Rassehunde – haben können.

Definition

Die Hüftgelenksdysplasie ist eine Fehlbildung  des Hüftgelenks, in deren Folge es zu schmerzhaften Veränderungen im Gelenk, so genannten Arthrosen, kommt.

Krankheitsentstehung und -entwicklung

Anders als beim Menschen ist die Hüftgelenksdysplasie beim Hund nicht angeboren – sie entwickelt sich im Laufe des Wachstums. Trotzdem ist sie eine Erbkrankheit. Denn die Anlage zur HD erbt der Hund von seinen Eltern. Ob diese Anlage zu der gefürchteten Fehlstellung führt und wie schwer diese ist, hängt von den Bedingungen ab, unter denen der junge Hund aufwächst. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Bewegung im ersten Lebensjahr und die Ernährung: Zu viel Energie hat zu schnelles Wachstum zur Folge, und dieses begünstigt die Entstehung einer HD.

Sind nur die Gene schuld?

Mittlerweile kann eine Entstehung einer HD nicht mehr ausschließlich nur auf schlechte Gene (vererbt) geschoben werden. Vielmehr kann ein unachtsamer Besitzer durch eine falsche Haltung des jungen Hundes (zuviel energiereiches Futter, zuviel Bewegung wie joggen, Rad fahren, lange Spaziergänge mit Welpen und Junghund unter 12 Monaten) genauso gut eine HD fördern. So können selbst Hund aus HD-freier Zucht an HD erkranken, weil die Besitzer solche Fehler machen.

Klinisches Bild - Symptome

Die Symptome einer Hüftgelenksdysplasie können von einer verminderten Aktivität, was besonders bei Welpen auffällig ist, über starke Schmerzen bis hin zu passiven Bewegungsabläufen des Hüftgelenks, reichen. Außerordentlich wichtig ist, dass alle Hunde mit HD nicht zu schwer werden. Denn jedes Gramm zu viel bedeutet eine unnötige Belastung für die Gelenke.

Prognose

Unbehandelte HD kann mit großen Schmerzen und massiver Bewegungseinschränkung verbunden sein. Doch sie muss es nicht: es gibt Hunde, die selbst mit hochgradiger HD bis ins hohe Alter gut zurechtkommen. Bei sehr jungen Hunden kann die Erkrankung durch eine Operation unter bestimmten Umständen geheilt werden. Diese Hunde dürfen aber trotz ihrer nun gesunden Hüften auf gar keinen Fall zur Zucht verwendet werden. Denn die Operation ändert nichts an ihren negativen Erbanlagen.


ED (Ellbogendysplasie)

Bei großen Hunderassen, die zu schnell zu schwer werden, leiden vor allem die Ellbogen-Gelenke.

Definition

Die Ellbogendysplasie (ED) ist eine vererbte, chronisch verlaufende Entwicklungsstörung des Ellbogengelenks bei schnellwüchsigen Hunderassen.

Krankheitsentstehung und -entwicklung

Die Ellbogendysplasie ist eine Erbkrankheit, die polygenetisch, als über mehrere Gene, vererbt wird. Da aber noch nicht bekannt ist, welche Gene genau daran beteiligt sind, lässt sich kein Gentest für die Erkrankung durchführen. Eine falsche Fütterung während der Wachstumsphase kann das Ausbrechen der Ellbogendysplasie begünstigen. Hunde großer Rassen verdoppeln anfangs beinahe jeden Monat ihr Gewicht. Dabei wirken sie mit ihrem großen Kopf und den riesigen Pfoten trotzdem so, als können sie noch eine Extraportion Futter vertragen. Lassen Sie sich von dem Eindruck nicht täuschen: Gerade „Riesenwelpen“ werden oft zu reichhaltig gefüttert und wachsen zu schnell. Auf den Gelenken lastet dann ein erhöhtes Gewicht bei ungünstiger Hebelwirkung. Da das Knochenwachstum zu einem guten Teil an den Gelenkflächen auftritt, wird außerdem die Knorpelschicht zu dick. Die Folge: Risse und kleine Brüche entstehen, später kommt es zu Gelenksschäden und Arthrosen.

Klinisches Bild - Symptome

Beim Hund fällt auf, dass er im Bereich der Vordergliedmaßen anfängt zu lahmen. Dabei knickt das Ellbogengelenk zum Körper hin ein, während die Pfote nach außen wegknickt. Das gesamte Bein scheint nach innen gedreht zu sein. Das Gehen bereitet dem kranken Vierbeiner zunehmend mehr Schmerzen. Die Krankheit wird in drei Schweregrade unterteilt, wobei der Grad eins, der Schwächste und der Grad drei, der Schwerste ist.

Prognose

Sobald eine ED festgestellt wird, sollte so schnell wie möglich ein Tierarzt aufgesucht werden. Noch bevor sich aus der Ellbogendysplasie eine Arthrose ausbilden kann, sollten die abgesplitterten Gelenkteile chirurgisch entfernt werden. Anschließend muss sich der Hund die nächsten Wochen ruhig halten und sollte soweit das möglich ist, in einem Käfig verbleiben. Die Krankheit ist nicht heilbar und sie wird ein leben lang voranschreiten, es kann meist jedoch eine weitgehende Schmerzfreiheit erreicht werden.
Bei übergewichtigen Hunden, muss unbedingt das Gewicht reduziert werden.
Hunde mit einer Ellbogendysplasie sollten aufgrund der Vererbbarkeit der Erkrankung, von der Zucht ausgeschlossen werden.


Spondylose

Zu den häufigsten Veränderungen an der Wirbelsäule im Alter zählen Spondylosen.

Definition

Spondylosen sind krankhafte Veränderungen (Verkalkungen) an der Wirbelsäule. Es kommt zu knöchernen Zubildungen der Wirbelzwischenräume, was zu einer Versteifung der Wirbelsäule führt.

Die Funktion der Wirbelsäule

Die Wirbelsäule besteht aus einer Kette einzelner starrer Wirbelknochen, die durch Gelenke, Bandscheiben und Bänder beweglich verbunden sind. Die Elastizität von Bandscheiben und Bändern gewährleistet, dass die Wirbelsäule biegsam ist und jede Bewegung mitmacht. Im Alter verlieren Bandscheiben und Bänder an Elastizität. Bestimmte Bewegungen fallen dem älteren Hund schwerer als dem Jungen.

Krankheitsentstehung und -entwicklung

Nicht überall ist die Wirbelsäule gleich biegsam: Während sie im Hals- und Lendenbereich äußerst beweglich ist, sind Brust- und Kreuzwirbel eher starr. Die Übergänge vom beweglich zum starren Abschnitt stellen die Schwachstellen der Wirbelsäule dar. Der letzte Wirbel bzw. die letzte Bandscheibe des beweglichen Abschnitts kann eine Bewegung nicht mehr einfach weitergeben sondern muss sie abpuffern, da der starre Teil die Bewegung nicht mehr mitmacht. An diesen Stellen entstehen in der Regel die ersten Spondylosen. Der Körper produziert diese knöchernen Zacken, um den Druck von den Bandscheiben zu nehmen und die Schwachstellen zu „stabilisieren“. Sobald zwei Wirbel über die Spondylosen fest miteinander verbunden sind, hat der angrenzende, noch bewegliche Wirbel, die Hauptbelastung auszuhalten – bis auch er sich über Spondylosen festen Halt verschafft.

Klinisches Bild - Symptome

Tatsächlich können aber viele Hunde selbst mit massiven Spondylosen gut leben. Schwere Symptome treten nur selten auf. Die Symptome dieser Komplikationen sind die gleichen wie bei anderen Rückenleiden. Es kommt zu starken Schmerzen und der Hund reagiert empfindlich und zum Teil aggressiv auf Berührungen und krümmt den Rücken auf. In sehr schweren Fällen ist das Tier gelähmt. Bei schleichendem Verlauf meidet der Hund bestimte Bewegungen. Er reagiert oft empfindlich auf Berührungen, zeigt einen klammen Gang oder hinkt zeitweise.

Mögliche Folgeschäden

Allerdings können die Spondylosen zu anderen gravierenden Schäden und Komplikationen führen. Die wichtigsten und häufigsten sind Bandscheibenvorfälle. Nach erhöhten Belastungen können die Knochenbrücken aufreißen oder sogar brechen. Diese Verletzungen führen zu heftigen Schmerzen und können langwierige Entzündungen verursachen. Schließlich können ausgeprägte Spondylosen Nerven einklemmen.

Prognose

Spondylosen können nicht geheilt, aber ihr Folgen behandelt werden. Während eines akuten Schubes mildert der Tierarzt die Schmerzen mit Medikamenten. Wichtig – auch um Komplikationen vorzubeugen – ist maßvolles Training. Sprünge, Treppensteigen und abrupte Wendungen sollten vermieden werden. Gut bewährt hat sich bei Spondylosen die Physiotherapie (Wassertherapie).


Arthrose, Arthritis

Arthrosen lassen den Vierbeiner steif werden und bereiten ihm Schmerzen, wodurch er wiederum die Freude an der Bewegung verliert.

Definition

Unter einer Arthrose versteht man eine chronische Gelenkserkrankung. Im Verlauf dieser Krankheit wird immer mehr Knorpelgewebe ab- und knöchernes Gewebe aufgebaut.

Krankheitsentstehung und -entwicklung

Ein Gelenk besteht im einfachsten Falle aus zwei Knochen, di gegeneinander beweglich sind. Die Enden der Knochen sind mit glatten Gelenkknorpeln überzogen, die eine Art Gleitschicht bilden. In der Jugend sind die Knorpel prall mit Wasser gefüllt und so elastisch, dass sie auch als Stoßdämpfer dienen. Im Alter verliert der Knorpel an Elastizität. Er wird flacher und verletzbarer. Eine Arthrose beginnt meist mit Veränderungen am Gelenkknorpel. Eine Arthrose kann aber auch andere Ursachen, als das Alter haben. Fehlstellungen und daraus resultierende Fehlbelastungen können ebenso zu einer Arthrose führen, wie Verletzungen oder Entwicklungsstörungen von Gelenken (HD, ED)

Klinisches Bild - Symptome

Die Knorpel werden rauer und bei Bewegungen entsteht ein Reibungswiderstand. Das kann zu schmerzhaften Entzündungen führen. Der Hund fängt nach dem Spielen an zu humpeln oder er versucht bei langen Spaziergängen immer ein Bein zu entlasten. Sollte Ihnen ein solches Verhalten bei Ihrem Vierbeiner auffallen, sollten Sie nicht länger zögern und bald möglichst einen Tierarzt aufsuchen.

Prognose

Sind die Gelenke erst einmal arthrotisch verändert, kann der Tierarzt sie nicht mehr „neu machen“. Er kann das Befinden nur verbessern. Daher ist die Vorbeugung von Arthrosen so wichtig.

Prophylaxe

Die Vorbeugung fängt bereits im Welpenalter an. Achten Sie während der Jugendzeit auf die Stellung  und Haltung des Hundekörpers. Fehlstellungen belasten die Gelenke und können bereits beim jungen Hund zu Arthrosen führen.
Entscheidend für die Entwicklung gesunder gelenke ist die Fütterung, sie sollte nicht zu energiereich sein. Denn ein Kalorienüberschuss führt zu einem rasanten Wachstum des Muskel- und Fettgewebes. Die unreifen Knochen und Gelenke können mit dieser Zunahme nicht Schritt halten und das zu hohe Gewicht nicht tragen. Vor allem Welpen großer Rassen sollten sparsam gefüttert werden. Am besten erstellen Sie mit Ihrem Tierarzt einen Ernährungsplan für die Aufzuchtphase.

Unterschied Arthrose / Arthritis

Die Arthrose bezeichnet den Knorpelverschleiß, die Arthritis bedeutet eine Gelenkentzündung. Eine Arthrose kann zu einer Arthritis führen, eine unbehandelte Arthritis (Entzündung) macht dann noch mehr Arthrose oder Verschleiß kann eine Entzündung hervorrufen, eine unbehandelte Entzündung macht noch mehr Verschleiß.
Hat Ihr Hund einen durch Arthrose verursachten arthritischen Schub (Lahmen, Schmerzen), dann sollte unbedingt eine Schmerztherapie (Medikamente, Physiotherapie, Akupunktur) erfolgen.


Bandscheibenvorfall

So wie wir Menschen können auch Hunde einen Bandscheibenvorfall bekommen. Und auch für sie kann das ausgesprochen schmerzhaft werden.

Definition

Unter dem Bandscheibenvorfall ist eine Erkrankung der Wirbelsäule zu verstehen, bei der Teile der Bandscheibe in den Rückenmarkskanal oder Spinalnervenkanal vortreten.

Krankheitsentstehung und -entwicklung

Die Bandscheiben liegen als Puffer zwischen den knöchernen Wirbeln der Wirbelsäule. Sie bestehen aus einem Ring aus Bindegewebe und einem Gallertkern. Als derb-elastische Kissen federn sie Stöße ab. Sie dienen aber auch der Beweglichkeit der Wirbelsäule. Bei einem Bandscheibenvorfall reißt entweder der Bindegewebsring und der Gallertkern drückt direkt auf das Rückenmark oder der Bindegewebsring verliert seine Festigkeit und der Gallerkern schiebt ihn nach oben in Richtung Rückenmark. Schlimmer ist meist der erste Bandscheibenvorfallstyp. Denn er kann sich plötzlich ereignen und für eine Schwellung, ähnlich einer Beule, sorgen, die den Druck auf das Rückenmark noch verstärkt, während beim zweiten Typ der Druck allmählich erhöht wird und das Rückenmark sich daran in Grenzen „gewöhnen“ kann.

Klinisches Bild - Symptome

Der Druck auf das Rückenmark verursacht die Symptome des Bandscheibenvorfalls. Wird das Rückenmark verletzt, sind je nach Ort und Schwere der Verletzung, wichtige Körperfunktionen gestört. Im schlimmsten Falle kommt es zur vollständigen Lähmung. Man teilt Bandscheibenvorfälle in fünf Grade ein.

Die fünf Grade

Bei einem Bandscheibenvorfall ersten Grades reagiert der Hund überempfindlich auf Berührungen der Wirbelsäule. Der Rücken kann auch schmerzhaft aufgekrümmt sein. Die Rückenmuskulatur ist verspannt und hart. Der Hund bewegt sich unwillig, aber noch durchaus normal.
Beim zweiten Grad fällt dem Betrachter ein unsicherer Stand auf. Die Bewegungen des Hundes wirken steif, übertrieben und „eckig“. Tierärzte sprechen von ataktischen Bewegungen. Der Hund kann aber noch gehen.
Zu einer deutlichen Muskelschwäche kommt es beim dritten Grad. Bringt der Tierarzt dann ein Körperteil in eine ungewöhnliche Position, braucht der Hund deutlich länger, um dieses wieder normal in Stellung zu bringen. Der Hund kann sich außerdem nur mit seitlicher Abstützung aufrecht halten.
Gelähmt ist das Tier ab dem vierten Grad. Diese Lähmung betrifft die Muskulatur, die hinter dem Ort des Bandscheibenvorfalls liegt. In der Regel sind die Hinterbeine gelähmt. Bei diesem Grad können auch die Funktion der Schließmuskeln von Blase und Darm gestört sein und das Tier kann Kot- und Harnabsatz nicht mehr kontrollieren.
Beim fünften und schwersten Grad versagt schließlich die Wahrnehmung von Schmerzen. Der Patient nimmt die „Fischrobbenstellung“ ein und kann sich nicht mehr bewegen.

Prognose

Entscheidend für die Heilungsaussichten des Hundes ist der Schweregrad der Symptome. Bei einem Bandscheibenvorfall fünften Grades stehen die Chancen für den Hund schlecht. Selbst bei einer sofortigen Operation bleiben viele gelähmt und müssen von ihren Haltern lebenslang gepflegt werden, wenn diese sich nicht für eine Einschläferung entscheiden. Einen Bandscheibenvorfall ersten und zweiten Grades kann der Tierarzt noch ohne Operation in den Griff bekommen. Dazu verordnet er dem Hund strenge Käfigruhe bis zu zwei Wochen. Die Käfigruhe ist die entscheidende Maßnahme bei der Behandlung. Wird sie nicht eingehalten, kann es zur Verschlimmerung des Vorfalls kommen. Nach der Käfigruhe darf der Hund auf keinen Fall springen oder Treppen steigen. Das bedeutet kurze Spaziergänge an der Leine und physiotherapeutische Übungen. Hunde mit einem Bandscheibenvorfall dritten und vierten Grades müssen operiert werden.

Wer ist gefährdet?

Die Krankheitsbezeichnung „Dackellähme“ hat durchaus ihre Berechtigung. Wenn auch andere Hunderassen einen Bandscheibenvorfall erleiden können, tragen eben Dackel ein hohes Risiko für dieses Rückenproblem. Sie gehören, wie z.B. Pekinesen oder Französische Bulldoggen zu chondrodystrophen Rassen. So nennt man Rassen, deren Körperbau die Folge einer gewollten Entwicklungsstörung des Skeletts ist. Diese Hunde mit den kurzen Beinen und dem langen Rücken können bereits von einem Jahr Probleme mit den Bandscheiben haben, während Hunde anderer Rassen in der Regel erst ab einem Alter von fünf Jahren gefährdet sind.


Cauda equina Syndrom

Die Cauda equina ist eine degenerative Erkrankung der Wirbelsäule, von der besonders häufig große Hunderassen (Deutscher Schäferhund) betroffen sind.

Definition

Das Caude-equine Syndrom stellt einen Sammelbegriff für eine Reihe von Erkrankungen des Übergangs der Lendenwirbel zum Kreuzbein dar. Diese führen zu einer Schädigung (Druck, Schwellung, Entzündung, Quetschung) dieses Nervengebiets im Rückenmark.

Krankheitsentstehung und -entwicklung

Beim Übergang vom letzten Lendenwirbel zum ersten Kreuzwirbel treten degenerative Veränderungen auf. An dieser Stelle ist der Wirbelkanal besonders flach, da das Rückenmark bereits zu Ende ist und nur noch die langen Nervenwurzeln im Wirbelkanal verlaufen. Diese haben zur Aufgabe die Muskeln des Beckens, des Schwanzes und der Hintergliedmaßen zu versorgen. Eben dieser Abschnitt ist aber auch ständigen Belastungen ausgesetzt, sei es beim Springen oder Laufen. Dadurch nutzen sich die Wirbel am Übergang schneller ab und es kann sich eine Arthrose entwickeln. Begünstigt wird die Abnutzung durch Übergewicht und Überbelastung.

Klinisches Bild - Symptome

Da die sich die Symptome erst schleichend zeigen, werden sie vom Halter oftmals übersehen. Häufig werden sie auch mit „normalen“ Alterserscheinungen verwechselt. Der Hund verweigert das Treppengehen, er wird leistungsschwach und springt nicht mehr. Im späteren Verlauf kann es sogar zu Lähmungserscheinungen und Harninkontinenz aufgrund von voranschreitendem Muskelschwund kommen.

Prognose

Wenn noch keine Lähmungen aufgetreten sind, ist die Prognose als günstig einzustufen. Hat die Krankheit einen höheren Schweregrad erreicht, so dauert auch die Therapie wesentlich länger und in eineigen Fällen erhalten die Hunde nicht mehr ihre volle Nervenfunktion zurück, aber es wird ihnen in jedem Fall ein schmerzfreies Leben ermöglicht. 


DCM (Dilatative Cardio-Myopathie)

Erkrankungen des Herzmuskels, so genannte Cardiomyopathien, treten verhäuft bei großen Hunderassen, wie Dobermann und Irish Wolfhound auf.

Definition

Eine Dilatative Cardio-Myopathie ist eine Funktionsstörung des Herzmuskels. Dieser Störung liegen verminderte Kontraktilität, Veränderungen des Volumens in Kammern und/oder Vorhöfen, Arrhythmien oder eine Kombinationen dieser zugrunde.

Krankheitsentstehung und -entwicklung

Es kommt zu einer Erweiterung der linken und/oder rechten Herzkammer, nicht selten auch der Vorhöfe. Daraus folgert eine verminderte Kontraktilität und somit Störungen der Erregungsbildung und –weiterleitung im Herzen.

Klinisches Bild - Symptome

Die Symptome sind typisch für eine Herzerkrankung: Schwäche, Husten, Belastungsunfähigkeit, Appetitlosigkeit und Abmagerung bei Zunahme des Bauchumfangs. Auffällig ist auch die nächtliche Unruhe und das ständige Aufstehen und Niederlegen.

Prognose

Die Prognose ist abhängig von Stadium der Herzkrankheit. Jedoch kann eine Herzerkrankung nicht vollständig wieder geheilt werden. Es kann aber das Fortschreiten verlangsamt werden, wenn die Erkrankung früh erkannt wird.

Prophylaxe

Da etwa jeder zehnte Hund, und ab dem siebten Lebensjahr jeder vierte Hund an einem Herzfehler leidet, empfiehlt es sich beim Tierarzt einen Früherkennungscheck zu machen. Damit können Sie schnell feststellen, ob Ihr Hund zur Risikogruppe gehört. Dies empfiehlt sich insbesondere dann, wenn Ihr Vierbeiner aus einer Zucht von disponierten Rassen stammt.


 

Herzinsuffizienz

Husten, Schlappheit und Atemnot sind Warnsignale des Herzens, die ernst genommen werden sollten.

Definition

Herzinsuffizienz ist ein klinischer Sammelbegriff dafür, dass das Herz nur noch eingeschränkt leistungsfähig ist. Dies kann unterschiedliche Ursachen haben.

Krankheitsentstehung und -entwicklung

Abweichungen in einem oder mehreren der folgenden Faktoren, wie Vorlast, Nachlast, Herzfrequenz, Kontraktilität, Erweiterungsfähigkeit und Ventrikelsynchronizität, können zur Herzinsuffizienz führen. Dabei kann sich die Insuffizienz entweder auf einen Herzteil oder auf beide beziehen. Als Folge entstehen Stauungen im Blutkreislauf. Dies wirkt sich auf die Aufrechterhaltung von Organfunktionen aus, was sich insbesondere bei Leber, Nieren, Magen/Darm und Gehirn bemerkbar macht. 

Klinisches Bild - Symptome

Der Hund ist weniger leistungsfähig und ermüdet bei Spaziergängen wesentlich schneller. Außerdem kann es auch zu Husten und Atembeschwerden kommen. In solch einem Fall sollten Sie nicht lange zögern und schnellst möglich einen Tierarzt aufsuchen.

Prognose

Da ein Herzleiden leider nicht heilbar ist, muss der Hund lebenslang behandelt werden. Bei einer Früherkennung lässt sich aber das Fortschreiten der Krankheit aufhalten.

Prophylaxe

Da etwa jeder zehnte Hund, und ab dem siebten Lebensjahr jeder vierte Hund an einem Herzfehler leidet, empfiehlt es sich beim Tierarzt einen Früherkennungscheck zu machen. Damit können Sie schnell feststellen, ob Ihr Hund zur Risikogruppe gehört.


 

Hypothyreose

Müdigkeit und Lustlosigkeit sind neben der Neigung zum Fettansatz wohlbekannte Symptome der Schilddrüsenunterfunktion.

Definition

Eine Hypothyreose ist eine Unterfunktion der Schilddrüse mit Verminderung der Sekretion der Jodhormone Thyroxin (T4) und Trijodthronin (T3).

Die Funktion der Schilddrüsenhormone

Thyreoglobulin ist die Muttersubstanz der beiden Hormone Thyroxin und Trijodthyronin, die im Körper mannigfaltige Wirkungen haben: Sie fachen den Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsel an und sind also mitverantwortlich für die korrekte Verwertung aller Nährstoffe und die Versorgung aller Zellen mit Energie. Außerdem regulieren sie den Wärmehaushalt und haben Einfluss auf die Produktion und Ausschüttung anderer wichtiger Hormone.

Krankheitsentstehung und -entwicklung

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) werden zu wenig dieser Hormone gebildet mit der Folge, dass fast alle Vorgänge im Körper nur noch verlangsamt ablaufen. Eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion ist äußerst selten. Auch andere Ursachen wie Jodmangel oder eine Störung übergeordneter Zentren wie der Hypophyse spielen bei der Entstehung keine große Rolle. In etwa 95% der Fälle wird die Schilddrüsenunterfunktion von einer Autoimmunerkrankung verursacht. Dabei lösen körpereigene Abwehrzellen eine Entzündung der Schilddrüsenzellen aus und zerstören sie.

Klinisches Bild - Symptome

Die Symptome der Hypothyreose sind zunächst unauffällig, da die Krankheit schleichend voranschreitet. Außerdem sind die Symptome außerordentlich vielfältig und können von Hund zu Hund unterschiedlich sein. Meist wird der Hund zunächst träge und lustlos, will viel schlafen und erweist sich als leistungsschwach. Aber es sind auch Fälle beschrieben worden, in denen gutmütige Tiere durch die Schilddrüsenunterfunktion aggressiv wurden. Viele der betroffenen Hunde nehmen an Gewicht zu, obwohl sie normal fressen. Oft reagiert die Haut auf den Hormonmangel. Das Haarkleid wird stumpf, und es kann durch Haarausfall zu kahlen Stellen kommen. Durch den Verlust des Deckhaars entsteht der Eindruck eines Babyfells. Rüden und Hündinnen werden im Laufe der Krankheit unfruchtbar. 

Prognose

Geheilt kann diese Krankheit nicht werden. Doch Sie können dem Hund hervorragend helfen: Er muss nur lebenslang mit den fehlenden Hormonen versorgt werden – durch Tabletten, die er zweimal täglich bekommt. Die genaue Dosis wird individuell ermittelt. Dazu werden die Blutwerte des Hundes in der ersten Zeit der Medikamentengabe kontrolliert. Nach vier Wochen sind die ersten Erfolge erkennbar, nach weiteren drei Monaten sollten die meisten Symptome verschwunden sein. Dem fast normalen Leben steht nichts im Weg.


Magendrehung

Bei der Magendrehung werden Ein- und Ausgang des Magens abgeschnürt. Die entstehenden Gase blähen den Magen so auf, dass dieser Blutgefäße abdrückt.

Wer erkrankt?

Gefährdet sind vor allem größere Hunderassen. Oft hat der Hund kurz nach einer üppigen Mahlzeit ausgelassen gespielt oder war starkem Stress ausgesetzt. Eine verzögerte Entleerung des Magens kann ebenfalls zur Entstehung beitragen.

Wie erkennt man es?

Der Hund ist unruhig, versucht erfolglos, sich zu erbrechen, und zeigt zunehmend Atemnot. Der aufgegaste Magen ist kurz hinter dem Rippenbogen als riesiger harter Ballon zu spüren. Besteht bereits ein Kreislaufschock, bricht der Hund zusammen, seine Schleimhäute sind blass und die Gliedmaßen kalt.

Was ist zu tun?

Suchen Sie schnellstmöglich einen Tierarzt oder eine Tierklinik auf. Das Leben des Hundes ist oft nur durch eine sofortige Operation zu retten. Erste Hilfe durch den Besitzer ist hier verlorene Zeit.

Wie kann man vorbeugen?

Anfällige Hunde sollten die Tagesration auf zweimal verteilt bekommen und sich nicht unmittelbar nach dem Füttern wälzen oder herumtoben. Damit die Magendrehung sich nicht unbemerkt nachts entwickeln kann, sollte die Fütterung nicht zu spät am Abend stattfinden.


Nahrungsergänzungsmittel für den Hund vorsichtig dosieren

Der Heimtiermarkt boomt – vor allem auf dem Sektor der Futtermittel. Doch Vorsicht: Manche Produkte schaden mehr, als sie nützen!

Zuviel des Guten ist ungesund

Das Gerücht, dass industriell gefertigtes Futter den Bedarf an Mineralstoffen und Vitaminen nicht deckt, hält sich hartnäckig und lässt viele Hundehalter zu entsprechenden Zusatzpräparaten greifen. Doch damit schaden sie dem Hund eher. Viele Präparate können bei Überdosierung negative Folgen haben. Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin der aktion tier e.V., hilft, die Spreu vom Weizen zu trennen: "Grundsätzlich enthalten Produkte, die mit dem Schlagwort Alleinfuttermittel gekennzeichnet sind, alles was die Tiere brauchen. Aber weil in unseren Futtermitteln eben schon alles drin ist, muss man mit Nahrungsergänzungsmitteln sehr vorsichtig sein."

Mangel kann nur der Tierarzt feststellen

Hochdosierte Vitaminprodukte oder auch Mineralstoffmischungen können Tiere krank machen. Derartige Zusatzstoffe brauchen nur Vierbeiner, die einen nachgewiesenen Mangel haben. Und den kann nur der Tierarzt sicher feststellen. Wer also glaubt, dass seinem Hund etwas fehlt, sollte das Geld nicht sofort in Zusatzpräparate, sondern lieber in eine Untersuchung beim Tierarzt investieren.

Vitamine können das Skelett schädigen

"Besonders die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K kann der Körper nicht alleine ausscheiden. Füttert der Besitzer diese Vitamine extra zu, kommt es langfristig zu so genannten Hypervitaminosen. Hierbei entstehen ernste Schäden am Skelett. Das Haut- und Haarkleid werden brüchig und trocken", warnt Frau Dr. Hölscher vor gut gemeinten Fütterungsfehlern.

Weniger Zusatz ist für den Hund oft mehr

Tierbesitzer sollten sich genau informieren, was Sie Ihrem Tier verfüttern. Nahrungsspezialisten wie Reptilien stellen hier besonders hohe Anforderungen an ihre Halter. "Je enger sich die Fütterung an dem orientiert, was die Tiere auch in freier Wildbahn fressen würden, umso bekömmlicher ist der Speiseplan in aller Regel", so die Faustregel der Tierärztin. "In Punkto Nahrungsergänzungsmittel für Tiere ist weniger jedenfalls oft mehr." (Text: Marzena Fiok)

 

Quelle: Partner Hund

 
 

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